Touren an der Dolomitenfront
Ich möchte hier - auf mehrfachen Wunsch von Besuchern meiner Heimatseite - kurz auf interessante Touren im Bereich der Dolomitenfront eingehen. Dabei habe ich darauf Wert gelegt, daß alles Wander- und Bergtouren sind und keine Klettersteige oder sonstige besonders aufwendige Unternehmungen. Die Begehung erfolgt stets auf eigene Gefahr.
Bilder zu den Touren finden sich hier.
Die bei manchen Touren angegebenen Nummern beziehen sich auf die außerordentlich empfehlenswerten Bücher von Franz Hauleitner, die noch viele weitere interessante Tourenvorschläge beinhalten:
Franz Hauleitner: Dolomiten 1-6, Bergverlag Rother; hier: Band 3, 4 und 6 (jeweils Auflage 2010)
Landkarten:
Kompaß-Wanderkarten, Maßstab 1:25.000
Nr. 616: Gröden - Val Gardena - Sella - Canazei
Nr. 617: Cortina d´Ampezzo - Dolomiti Ampezzane
Tabacco-Wanderkarten, Maßstab 1:25.000
Nr. 03: Cortina d´Ampezzo e Dolomiti Ampezzane
Nr. 07: Alta Badia, Arabba - Marmolada
Fast alle Touren sind auch auf der Karte: "Dolomitenfront 1915/17" (siehe Weiterführende Literatur) zu finden, allerdings viel ungenauer als oben und - auf Grund der Markierungen - oftmals verdeckt.
Anmerkungen:
1. Die Länge bezieht sich nur auf die reinen Gehzeiten; hinzu kommen die Fahrzeiten von unserem Urlaubsort Kolfuschg (manchmal bis zu 1,5 Stunden für jeweils Hin- und Rückfahrt).
2. Ausgangspunkte besitzen stets Parkplätze, die allerdings in der Hauptsaison meist schon ab 10 Uhr fast vollkommen gefüllt sind.
3. Benutzte Verkehrsmittel sind stets angegeben.
4. Für die meisten Touren ist Schwindelfreiheit Grundvoraussetzung!
5. Sicherung bedeutet: Drahtseil ist vorhanden, an dem man sich mit Selbstsicherung anhängen sollte / muß.
6. Erstbegehung: Das Datum bedeutet, wann diese Tour zum ersten Mal von mir begangen wurde. Viele Touren, die in Büchern als "schwer" bezeichnet werden, wurden von uns schon als Kinder begangen, was die Bewertung stark relativiert!
7. Bei den Touren 1f, 2a-4e, 6b sowie 9e-9g handelt es sich nicht um direktes Kampfgebiet, sondern um ein landschaftlich besonders schönes rückwärtiges Frontgebiet mit oftmals sehr gutem Blick auf die benachbarten umkämpften Gipfel.
Tour 1a: Bindelweg
Ausgang: Arabba (1601 m)
Ziel: Pordoi-Joch (2239 m)
Weg: Nr. 601
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Mit einer Seilbahn in die Porta Vescova (2478 m). Auf Weg 601 (sog. "Bindelweg"; Anfang ist ein wenig versteckt) über Vial del Pan-Hütte (2432 m) und Fredarola-Hütte (2423 m) zum Pordoi-Joch. Von dort mit Bus zurück nach Arabba.
Schöner, fast horizontaler Wiesenweg mit weitem Blick in die Marmolata und die Sella. Am Wegesrand immer wieder gut versteckte Stellungsreste.
Erstbegehung: 15.07.1983 (ungefähr); 22.07.1997 (wie beschrieben)
Tour 1b: Padon-Kamm mit Mesolina
Ausgang: Arabba (1601 m)
Ziel: Padon-Joch (2369 m)
Weg: Nr. 601
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Mit einer Seilbahn in die Porta Vescova (2478 m). Auf unbezeichnetem Weg auf der Südseite der Mesola-Wände Richtung Osten bis zur Padon-Hütte nahe des Padon-Jochs (2369 m). Von dort unschwer auf den grünen Gipfel des Mesolina (2642 m). Zurück auf dem Hinweg.
Schöner, fast horizontaler Wiesenweg mit weitem Blick in die Marmolata.
Anmerkung: Anschließend kann noch Tour 1a durchgeführt werden.
Erstbegehung: 22.07.2006 (Padon-Joch); 15.07.2010 (Mesolina)
Tour 1c: Marmolata-Gletscher
Siehe Hauleitner 4/51
Historisches: Im Krieg war nahezu der gesamte Gletscher (damals doppelt so groß wie heute) unterhöhlt und von den Österreichern zu einer unterirdischen Eisstadt ausgebaut gewesen. Davon ist natürlich nichts erhalten geblieben - außer Leichen, die noch immer im Frühjahr herausgespült werden!
Tips: Früh morgens starten, da die Marmolata ab Mittag meist wolkenverhüllt ist.
Erstbegehung: 16.07.1983
Tour 1d: Marmolata-Seilbahn
Ausgang: Ciapela-Hotel (1449 m)
Ziel: Punta Rocca-Hütte (3259 m)
Hin- und Rückweg: Drei (mittlerweile erneuerte) Seilbahnen
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Die Seilbahnen führen direkt in die Gipfelregion der Marmolata, auf der bis zum Jahr 2006 auch Sommerski möglich war. Von einer Besteigung des Marmolata-Wintergipfels (Punta Rocca (3309 m)) wird abgeraten (keine Sicherung vorhanden und extrem rutschiger Fels)! Bei der Punta Rocca-Hütte fällt der Gletscher besonders nach Süden fast senkrecht ab; außerordentliche Vorsicht ist geboten. Dennoch eine extrem interessante Bergfahrt.
In der Serauta-Hütte (2876 m, zweite Zwischenstation) befindet sich ein Kriegsmuseum.
Alternative: Besteigung der Punta Serauta (2962 m) von der Serauta-Hütte aus (Sicherung erforderlich!) auf altem Kriegssteig mit italienischen Stellungen
Historisches und Tips: Siehe Tour 1c
Achtung: Die Seilbahnen überwinden in rund 30 Minuten über 1800 Höhenmeter !!!
Erstbegehung: 31.07.1997
Tour 1e: Contrin-Hütte
Siehe Hauleitner 4/49
Historisches: Die alte Contrin-Hütte wurde am 06.09.1915 durch italienische Artillerie zerstört.
Erstbegehung: 25.06.2001
Tour 1f: Su l´Aut (Ciampac-Kessel)
Siehe Hauleitner 4/45
Erstbegehung: 21.07.2004
Tour 2a: Rund um den Langkofel
Siehe Hauleitner 4/37
Anmerkung: Sella-Joch-Haus (2180 m) als Anfangs- und Endpunkt verkürzt die Fahrzeit enorm.
Erstbegehung: 20.07.1983
Tour 2b: Friedrich-August-Weg
Siehe Hauleitner 4/35
Anmerkunge: Stark begangen. Sella-Joch-Haus (2180 m) als Ausgangspunkt verkürzt die Fahrzeit enorm.
Erstbegehung: 21.07.2006
Tour 3a: Piz Boè
Siehe Hauleitner 4/43
Anmerkung: Stark begangen!
Erstbegehung: 18.07.1983
Tour 3b: Boèseekofel (Piz da Lec)
Siehe Hauleitner 3/46
Besserer Abstieg: Vom Crep de Mont (2198 m) nicht mit der Gondelbahn, sondern zu Fuß auf Weg 645 über den Crep de Sella (1867 m) nach Kolfuschg oder Corvara (vgl. Hauleitner 3/44). Wunderbarer Wald- und Wiesenweg mit Blumenpracht. Vom Crep de Sella sehr guter Blick auf Kolfuschg, Corvara, den Sass Songher und das Fanes-Massiv. Hier genannter Abstieg auch als eigenständige Halbtagestour denkbar.
Achtung: Kurzes Leiterstück (siehe Bild); am besten Eigensicherung!
Erstbegehung: 26.07.1985
Tour 3c: Pisciadùspitze
Siehe Hauleitner 3/48
Alternativer Abstieg: Von der Cavazza-Hütte (2585 m) auf 676 Abstieg ins Mittagstal und weiter auf 651 nach Kolfuschg.
Anmerkung: Begehnung der Pisciadùspitze selbst nicht empfehlenswert (brüchiges Gestein).
Erstbegehung: 14.07.1983
Tour 3d: "Seniorenweg"
Ausgang: Grödner Joch (2121 m)
Ziel: Kolfuschg (1640 m) oder Corvara (1545 m)
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Auf Weg 666 Richtung Val Setus, dann jedoch östlich unter den Wänden an einem Wasserfall und am Einstieg zum Klettersteig vorbei ins Mittagstal. Von dort steiler Abstieg nach Kolfuschg oder auf Waldweg am Bach entlang nach Corvara.
Anmerkung: Der volkstümliche Name "Seniorenweg" täuscht!
Erstbegehung: 20.07.1981
Tour 3e: Sellawände
Ausgang: Corvara (1545 m)
Ziel: Pordoi-Joch (2239 m)
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Mit Gondelbahn und Sessellift in das Vallon-Tal. Auf Weg 638 an der neuen Franz Kostner-Hütte vorbei bis zu einem Einschnitt mit kleinen Seen. Nun nicht steil bergauf, sondern weiter fast horizontal unter den Wänden entlang, bis man zum gekennzeichneten Beginn eines besonders schwierigen Klettersteigs (Piazzetta) kommt. Von dort entweder steiler Abstieg zum weithin sichtbaren Kriegerdenkmal (von dort auf Schotterstraße weiter zum Pordoi-Joch) oder horizontal weiter bis kurz unter den Sass Pordoi, von da auf 627 steiler Abstieg zum Pordoi-Joch. Mit Bus zurück nach Corvara.
Achtung: Der Abstieg zum Kriegerdenkmal ist fälschlicherweise ausgeschildert als Klettersteig, ist aber nur ein steiler Stein- und Wiesenweg.
Erstbegehung: 26.07.1991
Tour 3f: Sella-Überquerung
Ausgang: Pordoi-Joch (2239 m)
Ziel: Kolfuschg (1640 m)
Länge: Ganztagestour
Beschreibung: Lange, anstrengende Tour. Mit Bus zum Pordi-Joch, von dort mit Seilbahn auf den Sass Pordoi (2950 m). Auf dem Weg 627 unschwer zur Boè-Hütte (2871 m). Von dort zwei Alternativen:
a) Steiler Abstieg ins Mittagstal (fast immer verschneit, teilweise vereist) und dann auf 651 durchs Mittagstal nach Kolfuschg.
b) Auf Weg 647, dann auf Weg 666 zur Cavazza-Hütte (2585 m). Von dort auf 676 Abstieg ins untere Mittagstal und auf 651 weiter nach Kolfuschg.
Erstbegehung: 18.07.1983
Tour 4a: Sass Songher
Siehe Hauleitner 3/54
Anmerkung: Mit Taxiservice von Kolfuschg aus kann man bis kurz oberhalb der Edelweiß-Hütte fahren.
Achtung: Zum Teil abschüssiger Weg; Schwindelfreiheit unbedingte Voraussetzung!
Erstbegehung: 11.07.1983
Tour 4b: Kolfuschger Höhenweg (Forcelles)
Siehe Hauleitner 3/49
Besser: Beginn am Grödner Joch => Forcelles => Abstieg durchs Edelweißtal nach Kolfuschg
Erstbegehung: 13.07.1983
Tour 4c: "Drei Scharten-Tour"
Siehe Hauleitner 3/53
Besser: Ausgangspunkt Grödner Joch, da dann erster Teil gespart und Weg nicht zu lang wird.
Erstbegehung: 09.07.1983
Tour 4d: "Sechs Scharten-Tour"
Siehe Hauleitner 3/51
Erstbegehung: 04.07.2010
Tour 4e: Stier-Alm und Zwischenkofel
Siehe Hauleitner 3/22
Erstbegehung: 01.09.1994
Tour 5a: Hexenstein (Sasso di Stria)
Siehe Hauleitner 3/38
Anmerkung: Sehr schöne Standardtour. Am Ende sehr kurze, nicht gesicherte Kletterpassage, welche seit 2007 aber auch durch restaurierte Schützengräben umgangen werden kann (dieser Weg war aber 2009 nicht mehr begehbar, da Einstiegsleiter aus Holz durch Witterung zerstört war) .
Historisches: Überall sichtbare Kriegsstellungen. Ehemaliges Kriegsfort Tre Sassi, nunmehr ein Kriegsmuseum beherbergt.
Erstbegehung: 15.07.1981
Tour 5b: Goiginger-Stollen und -Stellung
Ausgang: Fort Tra i Sassi (2183 m)
Ziel: Hexenstein-Vorkuppe (2296 m)
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Vom Sperrfort Tra i Sassi unterhalb des Normalweges zu einem Stollenloch (schlecht zu erkennen). Dann durch einen langen Kriegsstollen mit gut erhaltenen Kavernen auf die Hexenstein-Vorkuppe. Dort lag die Goiginger-Stellung, deren Schützengräben noch gut erhalten sind (Gedenktafel für Kaiserjäger). Entweder durch Stollen zurück oder steiler ins Tal und an der Straße entlang (ausgehöhlter Stein mit ehemaliger MG-Stellung) zum Fort zurück.
Historisches: Ehemaliger Kriegsstollen und Vorpostenstellung.
Tips: Starke Taschenlampen unbedingte Voraussetzung! Große Vorsicht in den Stollen! Nach Regenfällen nicht begehbar!
Erstbegehung: 17.07.1985
Tour 5c: Rund um den Hexenstein
Ausgang und Ziel: Fort Tra i Sassi (2183 m)
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Vom Sperrfort Tre Sassi entweder über den Stollen (siehe Tour 5b) oder auf nicht nummeriertem Weg östlich des Hexensteins bis auf die Vorkuppe (2296 m) mit der ehemaligen Goiginger-Stellung. Nun ohne Markierung auf die Südwestseite des Hexensteins. Hier zahllose Schuttfelder querend, am Ende über ein sehr schmales Band in die mittlerweile restaurierte Edelweiß-Stellung zwischen Hexenstein und Monte Castello. Von dort zurück zur Sperre Tra i Sassi.
Erstbegehung: 28.07.2006
Tour 5d: Col di Lana
Ausgang: Palla (oberhalb von Pieve di Livinallongo = Buchenstein; 1676 m)
Ziel: Col di Lana (2462 m)
Hin- und Rückweg: Nr. 21
Länge: Ganztagestour
Beschreibung: Von Palla aus auf einem schönen Wiesenweg 21 langsam empor bis ca. 2050 m. Von dort steiler in steinigem und erdigem Gebiet zum Gipfel (bzw. dem, was davon übrig geblieben ist).
Historisches: Der Col di Lana (= Col di Sangue = Blutberg) war der am heftigsten umkämpfte Berg der Dolomitenfront. Die ganze Gipfelregion wurde von den Italienern gesprengt. Am Gipfel befindet sich heute eine kleine Kapelle und eine Biwakschachtel. Noch im Sommer 1992 fand man unter Erdverwerfungen zwei Kaiserjäger, die man anhand ihrer Erkennungsmarken identifizieren konnte.
Tips: Beim ehemaligen Fort Ruaz (heute ein Restaurant) unterhalb von Buchenstein sind zwei alte Geschütze aus dem Ersten Weltkrieg aufgestellt.
Erstbegehung: 19.07.1992
Tour 5e: Monte Sief und Col di Lana
Siehe Hauleitner 3/36
Historisches: Der Col di Lana (= Col di Sangue = Blutberg) war der am heftigsten umkämpfte Berg der Dolomitenfront. Die ganze Gipfelregion wurde von den Italienern gesprengt. Am Gipfel befindet sich heute eine kleine Kapelle und eine Biwakschachtel. Noch im Sommer 1992 fand man unter Erdverwerfungen zwei Kaiserjäger, die man anhand ihrer Erkennungsmarken identifizieren konnte.
Tips: Beim ehemaligen Fort Ruaz (heute ein Restaurant) unterhalb von Buchenstein sind zwei alte Geschütze aus dem Ersten Weltkrieg aufgestellt.
Erstbegehung: 20.07.2009
Tour 5f: Richthofenriff
Ausgang: Valparola-Paß (2168 m)
Ziel: Corvara (1545 m)
Weg: Nr. 23
Länge: Ganztagestour
Beschreibung: Auf Weg 23 unterhalb des Sett Sass-Massivs entweder im Tal oder direkt am Berg bis zum sogenannten Richthofenriff (zwischen Großem und Kleinem Sett Sass; 2350 m). Weiter zur Pralongia-Hütte (2109 m). Von dort entweder weiter zum Sessellift bei der Trieste-Hütte (= Trapper´s Home; 2028 m) und mit Sessellift ins Tal (mit Bus nach Corvara) oder weiter auf den Col Alto (1980 m) und von dort mit Sessellift nach Corvara. Lange, aber vollkommen unschwere Tour.
Historisches: Am Richthofenriff und am Kleinen Sett Sass (Vorsicht beim Besteigen!) überall Stellungsreste.
Erstbegehung: 20.07.1985
Tour 5g: Set Sass
Siehe Hauleitner 3/41
Historisches: Hervorragende Rundsicht auf die Kriegsgebiete im Süden und Osten, aber auch in alle anderen Richtungen!
Erstbegehung: 19.07.2006
Tour 6a: Fanes
Ausgang: Pederü-Hütte (1540 m)
Ziel: Sarè-Alm (1663 m)
Weg: Nr. 10, 17, 11
Länge: Ganztagestour
Beschreibung: Mit Bus frühmorgens zur Pederü-Hütte. Von dort zu Fuß zur Fanes-Hütte (2060 m) (bis 1997 konnte man diesen Weg mit einem Jeep abkürzen). Auf Weg 10 zur Großen Fanes-Alm. Immer im Grünen weiter auf Weg 17 über den Tadega-Paß zum Col Loggia (2069 m). Auf Weg 11 weiter über die Alpina-Hütte zur Sarè-Hütte. Von dort Bus nach Corvara.
Historisches: Die Fanes war im Krieg Umschlagplatz mehrerer österreichischer Lastenseilbahnen und auch Standort mehrerer Kommandos.
Tips: Auto am Vorabend bei Alpina-Hütte abstellen und mit Bus zurückfahren (damit man bei der Wanderung nicht auf den Bus heimzu angewiesen ist).
Erstbegehung: 22.07.1992
Tour 6b: Kreuzkofelwand
Ausgang: Heiligkreuz-Hospiz (2045 m)
Ziel: Kreuzkofelscharte (2612 m), (Heiligkreuzkofel (2907 m)), La Varella-Hütte (2042 m), Pederü-Hütte (1540 m)
Länge: Ganztagesstour
Beschreibung: Mit den beiden Sesselliften von Pedratsches bis zum Heiligkreuz-Hospiz (2045 m). Nun auf Weg 7 durch die Wand des Kreuzkofels auf z.T. gesicherten Steig bis in die Kreuzkofelscharte (2612 m). Jetzt flacher auf den Wegen 7 und 12 bis zur La Varella-Hütte (2042 m). Zuletzt auf Fahrweg 7 km bis zur Pederü-Hütte 1540 m. Von dort mit dem Bus nach Corvara.
Tip: Von der Kreuzkofelscharte kann unschwer, wenn auch anstrengend, der Gipfel des Heiligkreuzkofel (2907 m) mit hervorragender Rundsicht bestiegen werden.
Achtung: Erstes Stück ist ein Klettersteig! Selbtsicherung und Helm unerläßlich! Sehr lange und anstrengende Tour (vor allem mit Gipfel)!
Erstbegehung: 21.07.2009
Tour 6c: Sennes
Siehe Hauleitner 3/13
Anmerkung: Von der Pederü-Hütte fuhr bis 1997 ein Jeep zur Sennes-Hütte auf einer extrem steilen und abschüssigen Straße und in typisch italienischem, überaus waghalsigem Fahrstil. Ansonsten eine sehr schöne, aber unwirkliche Landschaft.
Erstbegehung: 05.08.1997 (ungefähr)
Tour 6d: Croda d´Ancona
Siehe Hauleitner 6/29
Anmerkung: Einmalige Rundsicht!
Erstbegehung: 02.07.2001
Tour 6e: Sasso della Para / Cima Lavinores
Siehe Hauleitner 6/26
Anmerkung: Sehr einsame, schöne Tour; herrliche Rundsicht!
Erstbegehung: 07.07.2010
Tour 6f: Knappenfußtal und Plätzwiese
Siehe Hauleitner 6/31
Anmerkung: Abstieg auf ehemaliger Kriegsstraße nach Schluderbach.
Erstbegehung: 11.07.2007
Anmerkung:
Die Lagazuoi-Sprengungen beschreibt Luis Trenker, der selbst Leutnant an dieser Front war, in dem sehr empfehlenswerten Buch und Film: "Berge in Flammen".
Tour 7a: Lagazuoi-Felstunnel
Siehe Hauleitner 6/9
Historisches: Das Gebiet um den Lagazuoi wurde zu einem Freilichtmuseum des Ersten Weltkrieges umgestaltet.
Anmerkung: Tunnelabstieg sehr interessant, aber auch extrem steil und rutschig. Stollen diente zur Sprengung der Lagazuoi-Vorkuppe.
Erstbegehung: 21.07.1981
Tour 7b: Kaiserjägerweg / Österreichisches Felsband
Ausgang: Fort Tre Sassi (2183 m)
Ziel: Kleiner Lagazuoi (2778 m)
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Vom Fort Tre Sassi den Pfad Richtung Nordosten zu den sichtbaren Befestigungen der Vonbank-Stellung. Von hier in Serpentinen steiler bergan zum Fuße des Lagazuoi; über eine kleine Steilstufe mit Seilversicherungen und einer stabilen Brücke gelangt man auf ein großes Felsband. Nun in westlicher Richtung einen Einschnitt querend (Vorsicht bei Restschnee, da sehr steiles Schneefeld!) weiter steil auf schmalem Weg bzw. Felsband zum Gipfel des Kleinen Lagazoui. Abstieg zum Falzarego-Paß mit der Seilbahn.
Historisches: Führt direkt über das österreichische Felsband im Lagazuoi mit sehr gutem Blick auf das Kampfgebiet um den Hexenstein.
Tips: Mit Tour 7a kombinieren (man spart sich dann Auto-Fahrzeiten und Seilbahnkosten). Läßt sich zusammen gut als Ganztagestour durchführen.
Erstbegehung: 30.06.2001 (ungefähr), 26.07.2004 (wie beschrieben)
Tour 7c: Um den Großen Lagazuoi
Siehe Hauleitner 6/12
Anmerkung: Westlicher Aufstieg zur Fanisscharte (Forcella Grande) ist abschüssig und besteht aus leicht abrutschendem Sandgestein. Eventuell leichteren, ostseitigen Weg benutzen (= Abstiegsweg).
Erstbegehung: 21.07.1987
Tour 7d: Lagazuoi-See (Ostroute)
Ausgang: Falzarego-Paß (2117 m)
Ziel: Armentarola (1621 m)
Weg: Nr. 20
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Mit der Seilbahn auf den Kleinen Lagazuoi (2752 m). Von dort gut markiert auf Weg 20 durch Gestein zum Lagazuoi-See. Über die Scutoni-Hütte (1985 m) weiter zur Alpina-Hütte (1726 m) und nach Armentarola (1621 m). Von dort (oder Sarè-Alm) Bus zum Falzarego oder nach Corvara.
Historisches: Überall rechts und links des Weges alte Stellungen. Man kann auch ruhig ohne Weg zum Lagazuoi-See gehen, da man dann auf noch mehr Stellungen stößt.
Tips: Auto bei Alpina-Hütte abstellen und mit Bus zum Falzarego-Paß fahren.
Erstbegehung: 05.08.1979
Tour 7e: Lagazuoi-See (Westroute)
Ausgang: Falzarego-Paß (2117 m)
Ziel: Armentarola (1621 m)
Weg: Nr. 20a
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Mit der Seilbahn auf den Kleinen Lagazuoi (2752 m). Von dort gut markiert auf Weg 20a durch Gestein über die riesige Lagazuoi-Alm bis in die Sellares-Scharte (2275 m). Von hier aus durch grüne Wiesen und Latschen zur Scutoni-Hütte (1985 m); weiter zur Alpina-Hütte (1726 m) und nach Armentarola (1621 m). Von dort (oder Sarè-Alm) Bus zum Falzarego oder nach Corvara.
Historisches: Überall rechts und links des Weges alte Stellungen. Man kann auch ruhig ohne Weg zum Lagazuoi-See gehen, da man dann auf noch mehr Stellungen stößt.
Tips: Auto bei Alpina-Hütte abstellen und mit Bus zum Falzarego-Paß fahren.
Erstbegehung: 20.07.2006
Tour 7f: Rund um den Averau
Siehe Hauleitner 6/8
Historisches: Das Gebiet um die Cinque Torri wurde zu einem Freilichtmuseum des Ersten Weltkrieges umgestaltet.
Erstbegehung: 05.08.1988
Tour 8a: Dickschädel
Ausgang: Dibona-Hütte (2083 m)
Ziel: Tre Dita / Dickschädel (2694 m)
Hin- und Rückweg: Nr. 403, o. Nr.
Länge: Ganztagestour
Beschreibung: Von der Dibona-Hütte auf Weg 403 in Kehren zuerst auf einer alten Kriegsstraße, dann auf gut sichtbarem Weg unschwer in die Fontana Negra-Scharte zur Giussani-Hütte (2561 m). Nun anfangs auf den Weg zum Gipfel der Tofana I, jedoch kurz später rechts abbiegend fast horizontal zum Tre Dita (2694 m), dem "Dickschädel" (österreichischer Vorposten) des Ersten Weltkriegs. Schwindelfreiheit Voraussetzung! Von hier aus kann man auch einen großen Teil und das Ende des Lipella-Klettersteiges einsehen. Sehr guter Blick auf die Tofana I, II und III und in das Travenanzestal. Unbedingt empfehlenswert! Zurück analog.
Historisches: In der Fontana Negra-Scharte fielen unter anderem der Alpini-General Cantore (=> Gedenkstein) und der Kaiserschützen-Hauptmann Baborka.
Erstbegehung: 10.09.1994
Tour 8b: Tofana II
Ausgang: Cortina d´Ampezzo (1198 m)
Ziel: Tofana II di Mezzo (3244 m)
Hinweg: Seilbahn
Rückweg: Seilbahn, Nr. 407
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Von Cortina d´Ampezzo mit drei Seilbahnen auf den Gipfel der Tofana II di Mezzo. Von dort einmaliger Rundblick, wenn auch stark überlaufen.
Historisches: Die Italiener hielten die Tofana II und III besetzt und versorgten ihre Truppen mit einer Seilbahn.
Achtung: Die Seilbahnen überwinden in kurzer Zeit über 2000 Höhenmeter !!!
Erstbegehung: 23.08.1989
Tour 8c: Castelletto
Ausgang: Dibona-Hütte (2083 m)
Ziel: Castelletto-Stollen (2459 m)
Hinweg: Nr. 404
Rückweg: Nr. 412
Länge: Halbtagestour
Beschreibung: Von der Dibona-Hütte immer auf Weg 442 kurz auf altem Fahrweg, dann über eine Schuttreiße unter die Südwand der Tofana I. Kurz hinter dem Einstieg zum Lipella-Klettersteig (Achtung: hier gibt es ebenfalls einen Stollen, der nur mit Sicherung erreichbar und begehbar ist!) gelangt man zu einem Stollenloch, das im Castelletto bis fast ganz im Norden führt. Am Ende steht ein altes Geschütz. Guter Blick auf den Großen Lagazuoi, den Col dei Bos und das Travenanzestal aus ungewohnter Perspektive. Wieder zurück aus dem Stollen. Weiter über 404 und 401 auf den Rozes (2183 m). Nun auf 412 im Wald zurück zur Dibona-Hütte.
Historisches: Alter Kriegsstollen. Sattel zwischen Castelletto und Tofana I wurde im Krieg gesprengt.
Erstbegehung: 29.07.1987 (ungefähr), 20.07.1992 (wie beschrieben)
Tour 8d: Um den Col dei Bos
Siehe Hauleitner 6/10
Anmerkung: Die erwähnte Besteigung des Kleinen Lagazuoi ist zwar nicht nötig, bietet jedoch einen umfassenden und guten Rundblick.
Alternative: Von der Travenanzes-Scharte nicht direkt zur Col dei Bos-Scharte, sondern über die Gipfel des Col dei Bos (2559 m). Zwar anstrengender, aber historisch viel interessanter (der Col dei Bos war sehr stark umkämpft als Vorposten zum Travenanzestal). Man kann sich allerdings in den vielen Gipfelteilen etwas verzetteln.
Erstbegehung: 29.07.1983
Tour 8e: Travenanzestal
Siehe Hauleitner 6/22
Achtung: Angegebene Wegrichtung ist nicht empfehlenswert! Besser:
Zugang zum Travenanzestal:
a) Vom Kleinen Lagazuoi über die Travenanzes-Scharte
b) Vom Falzarego-Paß über die Travenanzes-Scharte
c) Von der Magistrato-Bar über die Col dei Bos-Scharte
Endpunkt: Fiames, da von dort aus Bus zum Falzarego-Paß (über Cortina).
Sehr lange (ca. 16 km), anstrengende Tour. Busverbindungen beachten!
Erstbegehung: 14.08.1989
Tour 8f: Ra Zesta
Siehe Hauleitner 6/18
Anmerkung: Start- und Endpunkt besser bei der Seilbahnstation Col Druscie.
Erstbegehung: 28.07.2004
Tour 8g: Umrundung der Tofana I
Siehe Hauleitner 6/14
Achtung: Der Hugo-Kunze-Steig (Scala del Minighel) entstand bereits vor dem Ersten Weltkrieg und überwindet mit 274 Eisenstiften eine 70 m hohe senkrechte Wand. Mittlerweile sind jedoch viele Eisenstifte locker, einige fehlen sogar! Empfohlen wird deshalb der kurze Umweg über die Bänder weiter nördlich.
Erstbegehung: 14.07.2010
Tour 9a: Cristallo-Klettersteig "Ivano Dibona"
Siehe Hauleitner 6/36
Anmerkung: Sehr langer, anstrengender und zum Teil abschüssiger gesichrter Steig mit nur wenigen Kletterpassagen.
Erstbegehung: 27.07.1988
Tour 9b: Freilichtmuseum Monte Piano
Siehe Hauleitner 6/38
Achtung: Die Straße von Misurina zur Hütte war früher frei befahrbar; sie ist extrem steil, schmal und abschüssig und besitzt kaum Ausweichmöglichkeiten bei entgegenkommenden PKW (überwindet aber 450 Höhenmeter)!!! Mittlerweile muß hier ein Jeep bzw. Kleinbus benutzt werden.
Erstbegehung: 08.08.1988
Tour 9c: Um die Drei Zinnen
Siehe Hauleitner 6/40
Historisches: Kampfgebiet, aber kaum Spuren erhalten (außer in der Umgebung am Paternkofel und Toblinger Knoten (beides Klettersteige!)).
Anmerkung: Umgekehrte Richtung ist besser. Zum Teil sehr stark begangen!
Erstbegehung: 19.08.1989
Tour 9d: Alpini-Steig
Ausgang: Auronzo-Hütte (2320 m)
Ziel: Rotwandwiesen-Hütte (1900 m)
Weg: Nr. 101-104-107-107-124
Länge: Mehrtagestour
Beschreibung: Von der überlaufenen Auronzo-Hütte auf Weg 101 bis zum Paternsattel 2454 m. Nun auf dem ruhigeren Weg 104, später 107 in mäßigem Auf und Ab zur Büllelejoch-Hütte 2528 m. Weg 101 bergab zur Zsigmondy-Comici-Hütte 2224 m. Dort ist gut eine Übernachtung möglich.
Weiter auf dem eigentlichen "Alpini-Steig" (101) zum Eissee 2326 m, dann den teils gesicherten Weg durch die Westwand des Elferkofels, vorbei an einer imposanten Schlucht bis in die ElferScharte 2716 m. Nun in sehr steilem Schuttkar Weg 124 bergab, zuletzt gemächlich durch grüne Wiesen zur Rotwandwiesen-Hütte 1900 m. Mit dem Lift nach Sexten.
Rückkehr zur Auronzo-Hütte mit Bus / Taxi oder zu Fuß durch Fischleintal und Altensteinertal.
Historisches: Alter Kriegssteig der Alpini.
Erstbegehung: 14./15.07.1992
Tour 9e: Pelmo / Giau-Paß
Ausgang: Staulanza-Paß (1766 m)
Ziel: Dinosaurier-Spuren (2000 m) oder/und Venezia-Hütte (1946 m)
Hin- und Rückweg: Nr. 472
Länge: Ganztagestour
Beschreibung: Der Weg zur Venezia-Hütte ist fast gänzlich ein Wald- und Wiesenweg, der nicht nach Regen begangen werden sollte (da er dann vollkommen verschlammt). Die Abzweigung zu den Dinosaurier-Spuren ist schlecht beschildert und sehr steil und steinig.
Anmerkung: Nicht den Rundweg begehen, da sehr lang und zum Teil schwierig!
Tips: Rückfahrt über den Giau-Paß (2236 m), von dort einmalige Aussicht nach Norden, Osten und Süden!
Erstbegehung: 30.07.1997
Tour 9f: Faloria
Siehe Hauleitner 6/45 (bis Tre Croci-Paß)
Anmerkung: Kein Frontgebiet, aber hervorragende Sicht auf das gesamte Dolomitengebiet von der Marmolata bis zur Sextener Rotwand!
Erstbegehung: 27.07.2004
Tour 9g: Croda da Lago
Siehe Hauleitner 6/4
Anmerkung: Kein Frontgebiet, aber hervorragende Sicht auf das Gebiet vom Averau bis zur Sorapis.
Erstbegehung: 29.07.2004 (erster Teil); 13.07.2007 (zweiter Teil)
Anmerkung:
Die hier, aber nicht oben aufgeführten Touren wurden von uns noch nicht begangen. Sie sind aber für den kommenden Urlaub eingeplant.
Monte Vallon Bianco / Furcia Rossa ("Friedensweg")
Ausgang: Fanes-Hütte (2060 m)
Ziel: Monte Vallon Bianco (2688 m), Furcia Rossa III (2791 m)
Länge: Zweitagestour
Planung:
1. Tag: Fanes-Hütte 2060 > Limo-Joch 2172 > Große Fanes-Alm 2102 > VB > Monte Vallon Bianco 2688 > Biwak Baccon-Baborka 2620; abends evtl. Furcia Rossa II 2703
2. Tag: Biwak Baccon-Baborka 2620 > Furcia Rossa III 2791 > Biwak della Pace 2760 > Vallone Bianco > Große Fanes-Alm 2102 > Limo-Joch 2172 > Fanes-Hütte 2060
Achtung: Klettersteig! Selbtsicherung und Helm unerläßlich!
Historisches: Der gesamte Kamm war ein österreichischr Vorposten. In die Scharten führten Seilbahnen, der Monte Vallon Bianco war eine Batteriestellung.
Anmerkung: 1. Tagestour wurde von uns bereits zum Großteil begangen.
Der Gebirgskrieg in den Dolomiten
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